2025 – „Enkircher Feierabend“ im Weingut Caspari-Kappel
Reisebericht eines etwas seltsamen Besuchers: „Von den Festen zu Enkirch“ 🙂
„Es begab sich in jenen Tagen, als ich ein wenig weiter durch die Lande reiste, als man es von einem anständigen Hobbit erwartet, dass ich in das Dorf Enkirch an der Mosel kam. Dort halten die Menschen eine Reihe von Festen, die sie „Feierabend“ nennen. (Ein sonderbarer Name, wenn Ihr mich fragt – ein Feierabend beginnt bei uns Hobbits immer mit einem vollen Teller und endet mit einem leeren Krug. Aber sei’s drum.)
An einem Abend fanden sich die Leute im Weingut Caspari-Kappel ein, und die Winzerkapelle von Enkirch musizierte dort in voller Stärke. Sie zogen auf wie ein Heer von Musikanten – Trompeten, Hörner, Trommeln und allerlei Gerät, das die Ruhe im Umkreis von zehn Meilen zunichtemachen konnte. Doch schön war es, wirklich schön.
Das Wetter war freundlich, der Wein ausgezeichnet (ich habe das höchstpersönlich überprüft), und die Zuhörer strömten zusammen. Auch Freunde aus den Nachbardörfern Pünderich, Wolf und Lösnich waren gekommen, um beizustehen. Es erinnerte mich stark an jene seltenen Feste, wenn Tuks, Brandybucks und Boffins gleichzeitig in Hobbingen aufkreuzen. (Ein Durcheinander sondergleichen, aber immer fröhlich.)
Ihr Dirigent – ein Mann von erstaunlicher Übersicht – hatte ein Programm zusammengestellt, das so bunt war wie ein Sack voller Drachenfeuerwerkskörper. Polkas für die Tänzer, ein Liedermacher namens Udo Jürgens, Balladen von einem Eric Clapton (vielleicht ein Saitenkünstler aus Bree?), ein Zwergenclan namens ABBA, und – man höre und staune – etwas, das „Guns ’n Roses“ genannt wird. (Waffen und Blumen im selben Atemzug! Menschen haben wirklich eine merkwürdige Art, Dinge zu benennen.)
Das Stück „Auf der Vogelwiese“ gefiel mir besonders. Da sangen nicht nur die Trompeten, sondern auch das Volk selbst – Schulter an Schulter, jung und alt. „Auf der Vogelwiese, da geht’s lustig zu!“ rief ein Mann neben mir, und seine Frau stieß ihn mit dem Ellbogen, weil er die Töne absichtlich falsch traf. Ich hätte nicht lauter lachen können.
Und dann kam das Licht! Ein Mann namens Patrik Fritsch ließ das Weingut in bunten Strahlen erglänzen, als ob Elbenhände im Spiel wären. „Wie in Bruchtal!“ rief ein Kind, und für einen Augenblick schien es wirklich so.
Natürlich ließen die Zuhörer die Musikanten nicht ziehen. „Noch eins! Noch eins!“ schrien sie, stampften und klatschten, bis die Kapelle zwei weitere Stücke darbot. (Ich kenne das nur zu gut – die Kinder im Auenland betteln auch immer um eine weitere Geschichte, wenn ich längst ins Bett will.)
So endete jener Abend mit Wein, Lachen und Musik. Doch man versprach sich, bald wiederzukehren, am zweiten Tag des Septembers, an einen Ort, den sie „Uff Schaardt“ nennen. ‚Uff was?‘ Ich persönlich finde, der Name klingt, als wäre jemand mit vollem Mund ins Gras gestolpert. Aber das macht gar nichts. Denn wenn der nächste Abend so fröhlich wird wie dieser, dann lohnt sich selbst der seltsamste Name.
So schreibe ich dies nieder, damit es nicht vergessen werde: ein Abend in Enkirch, wo die Musik die Stille besiegte und die Menschen im Glanz von Klang und Licht vereinte.“







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