2025 – Enkircher Feierabend „Uff Schaardt“.
Und wieder ein Reisebricht unseres Besuchers aus den Hobbitlanden:
(Bilder des Erzählers erstellt mit Unterstützung von KI)
„Nun, man wird ja nicht jünger, und dennoch trugen mich meine Füße – erstaunlich flink für mein Alter, wie ich finde – heute Abend wieder ins malerische Enkirch. Ein Ort, der so hübsch und verwinkelt ist, dass selbst ein Hobbit ihn wohl mit dem Auenland verwechseln könnte, wenn nur etwas mehr Pfeifenkraut wächst. Der Heimat- und Verkehrsverein hatte erneut zum „Enkircher Feierabend“ geladen, und da ich mir ungern ein gutes Glas Wein und ein freundliches Lachen entgehen lasse, folgte ich dieser Einladung ohne langes Zögern.
Der Platz „Uff Schaardt“, gleich vor einem uralten Gefängnis (ein recht unheimliches Gemäuer – ich habe mich vorsichtshalber davon ferngehalten, man weiß ja nie, ob die Türen noch zuschnappen können!), war von der „Rotte 10 & 11“ aufs Prächtigste herausgeputzt. Unter der Führung von Bernd Pfaul, einem wahren Tausendsassa – im Auenland würde man ihn wohl einen „Allesmacher“ nennen – erstrahlte der Platz in buntem Lichterglanz. Diese stammten von Patrik Fritsch und seiner geheimnisvollen Gerätschaft „Mosel Sound&Light“. Ich schwöre, es schimmerte fast so schön wie die Glaskugeln im Elbenwald, nur mit etwas mehr Schmackes.
Ach ja, die Musik! Die Winzerkapelle Enkirch, verstärkt durch zwei reizende Musikerinnen aus Kröv, der holden Carmen und der fröhlichen Petra, spielte, dass einem das Herz lachte. Ich hatte sie schon früher gehört, und wie beim guten Wein gilt: je öfter, desto besser! Dirigent Stephan Schütz – ein Mann, der seine Musiker wohl so gut kennt wie ich meine Küchenschränke – hatte ein abwechslungsreiches Programm erdacht.
Das Eröffnungsstück „One Moment in Time“ blies gar die zaghaften Regentröpfchen zurück nach Traben-Trarbach (was für die dortigen Leute wohl ärgerlich war, aber man kann es ja nicht allen recht machen). Danach erfreute man uns unter Anderem mit Liedern von Menschenbarden namens Udo Jürgens, ABBA, Eric Clapton und Nena – seltsame Namen, aber sehr schwungvoll! Und wenn dann eine Polka erklang, konnte ich meine Hände kaum stillhalten; ich klatschte und sang, als sei ich wieder ein junger Hobbit beim Erntefest.

Natürlich gab es Speis und Trank, und was für welchen! Die Straußwirtschaft „Zum Weinkrug“ servierte köstliche Würstchen, während der Wein aus Enkirch mir wie flüssiger Sonnenschein vorkam. Ich muss gestehen, ich habe ein wenig zu häufig nachgeschenkt – aber was soll man tun, wenn der Krug so freundlich in der Hand liegt?
Zu allem Überfluss erschien auch noch hohe Gestalt: Die Weinkönigin Julia – glänzend wie eine Elbin im Festgewand – und ihr stattlicher Begleiter Bacchus. Mit launigen Sprüchen begrüßten sie uns Gäste, und ich fühlte mich für einen Moment, als sei ich am Hofe von Elrond selbst, nur eben mit deutlich mehr Wein.
Nach zwei Stunden endete der Abend. Enden soll man ja bekanntlich, bevor die Füße müde werden, doch das Publikum bestand auf zwei Zugaben, und so spielte die Kapelle weiter, bis alle zufrieden seufzen konnten.
Ein schöner Abend, wirklich! Wenn ich zurück in Hobbingen bin, werde ich beim nächsten Besuch im Grünen Drachen viel zu erzählen haben – und selbst in Bruchtal wird man die Ohren spitzen, wenn ich von den fröhlichen Menschen an der Mosel berichte. Nur diesen seltsamen goldenen Ring habe ich immer noch nicht wiedergefunden, Irgendwo in Enkirch muss er wohl liegen. Aber am Sonntag zum Frühschoppen gehts ja schon wieder zurück nach Enkirch. Ein Hoffest steht auf dem Programm. Und immer dort, wo es leckeren Enkirch Wein, eine üppige Speiskarte und unterhaltsame Musik gibt, ist der Reisende aus Hobbingen selbstverständlich wieder dabei und wird hier davon berichten, versprochen!
Und nun entschuldigt mich – ich glaube, ich habe noch ein Fläschchen Enkircher Wein im Rucksack, das nach mir ruft …“
So langsam wurde es dunkler und die malerische Lichtgestalung durch „Mosel Sound&Light“ kam so richtig zur geltung.






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