2025 – Frühschoppen beim Hoffest in der „Alten Apotheke“ in Enkirch.
Aus Bilbos Reisebuch
(ein dicker Tintenklecks am oberen Rand – offenbar habe ich wieder zu schwungvoll angesetzt)
7. September – irgendwo an der Mosel in Enkirch, bei den Menschen
Nun, meine lieben Gefährten, meine große Reise durch die Lande der Menschen neigt sich ihrem Ende zu. Und ehrlich gesagt, meine alten Hobbitfüße seufzen schon nach dem weichen Gras von Hobbingen. Aber das Wetter war so prächtig und der Wein so köstlich, dass ich einfach nicht widerstehen konnte, noch einmal das hübsche Enkirch aufzusuchen. (Randnotiz: Merke – nie zu früh „nein“ sagen, wenn Wein im Spiel ist.)
Der gute Uwe Pieper lud wieder zu seinem Hoffest in der „Alten Apotheke“. Ein Name, der mich zunächst an Kräutermischungen erinnerte – pah, ich habe schon genug von Gandalfens Rauchwaren gesehen. Doch die „Apotheke“ erwies sich als ein Ort voller Musik, Gelächter und dampfender Schüsseln. Ganz nach meinem Geschmack!
Am Sonntagmorgen spielte die Winzerkapelle Enkirch auf. Ich kenne sie nun schon gut, es war bereits das vierte Mal, dass ich ihren Klängen lauschte. Doch irgendetwas war anders … ich überlegte lange, was es wohl sein könnte. (Randnotiz: Mit 130 Jahren wird das Erinnern auch nicht leichter – vielleicht sollte ich anfangen, mir alles aufzuschreiben. Ach ja, genau das tue ich ja gerade.)
Dann sah ich’s: Am Dirigentenpult stand nicht Stephan Schütz, sondern ein anderer Herr. In Vertretung übernahm Thomas Daun, da Stephan mitsamt seiner holden Maid Christiane auf dem Bernkasteler Weinfest weilte. Nun, ich sage euch – Thomas machte seine Sache vortrefflich! Er stellte ein Programm zusammen, das abwechslungsreich und heiter war, sodass ich fast vergaß, wie schwer mein alter Bauch inzwischen geworden ist.
Ein Höhepunkt war das Flügelhornsolo „My Dream“, gespielt von seinem Sohn Sebastian. Welch eine Kunst! Da wurde mir klar: Bei den Dauns scheint Musik im Blut zu liegen, so wie bei uns Hobbits das Essen. (Randnotiz: und das Trinken, natürlich das Trinken – darf man nicht vergessen!)
Nach zwei Stunden verstummten die Instrumente, und die Kapelle durfte endlich selbst von den Speisen kosten. Ich tat es ihnen gleich. Denn ganz gleich, wie schön die Musik ist – am Ende knurrt der Magen lauter.
So endete mein vierter Besuch in Enkirch. Doch schon am nächsten Sonntag kehre ich zurück, von 13:00 bis 15:00 Uhr, zum „Weinfest im Herbst“. Damit wird meine Rundreise bei den Menschen beschlossen, und ich werde heimkehren ins Auenland. Dort warten schon Frodo und viele Hobbits – und mein alter Freund Gandalf, der gewiss ein Glas Enkircher Wein zu schätzen weiß.
(Randnotiz, krakelig und wohl etwas weinselig:) „Unbedingt eine Flasche einpacken – vielleicht lockert es Gandalf die Zunge. Dann verrät er mir endlich, wo er immer so plötzlich hinverschwindet!“)






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